Innenrotorzündung
Was ist eine Innenrotorzündung?
Eine Innenrotorzündung (oft auch als Rennzündung wie die PVL oder Selettra bezeichnet) ist eine Hochleistungszündanlage für Mofas und Mopeds. Im Gegensatz zur originalen Schwunglichtmagnetzündung (SLPZ), bei der ein schwerer Polradmagnet außen um die Ankerplatte rotiert, läuft bei der Innenrotorzündung ein sehr kleiner, leichter Rotor auf der Kurbelwelle, während die Spulen außen feststehen. Durch die drastische Reduzierung der rotierenden Massen wird das Trägheitsmoment des Motors minimiert.
Funktion & Wirkungsweise
Der Hauptvorteil einer Innenrotorzündung liegt in ihrer physikalischen Auslegung für hohe Drehzahlen. Schwere Original-Polräder neigen bei Drehzahlen über 8.000 bis 9.000 U/min zum Aufschwingen oder können aufgrund von Unwuchten das Kurbelwellenlager extrem belasten. Zudem liefert eine kontaktlose Innenrotorzündung einen extrem starken, konstanten Zündfunken, der auch bei 12.000 U/min und mehr nicht abreißt. Viele Modelle verfügen zudem über eine digitale CDI mit Kennlinienverstellung, die den Zündzeitpunkt bei steigenden Drehzahlen automatisch anpasst (Früh- oder Spätzündung).
Typische Richtwerte & Praxis-Tipps
Bei hochgezüchteten Motoren auf Basis von Sachs 50/5 (wie der Sachs Optima), Puch Maxi E50 oder Zündapp-Rennmotoren mit modifizierten Steuerzeiten und großen Vergasern ist eine Innenrotorzündung oft unverzichtbar. Bei der Montage muss der ZZP (Zündzeitpunkt) mittels Messuhr und Stroboskoplampe exakt nach Herstellervorgabe eingestellt werden (häufig zwischen 1,2 mm und 1,8 mm vor OT, abhängig vom Setup). Wichtig: Da diese Anlagen oft keine oder nur eine sehr schwache Lichtstrom-Versorgung (z.B. 12V 20W für eine LED-Notbeleuchtung) bieten, sind sie im reinem Rennbetrieb oder auf der Rennstrecke zu Hause.
Symptome bei Fehlern oder falscher Einstellung
Eine falsch eingestellte oder defekte Innenrotorzündung äußert sich meist dramatisch: Ist der Zündzeitpunkt zu früh gewählt, überhitzt der Motor extrem, was zu Kolbenklemmern oder Löchern im Kolbenboden führt. Ist er zu spät, verliert der Motor massiv an Leistung im oberen Drehzahlbereich und dreht nicht sauber aus. Fehlzündungen oder ein kompletter Zündfunkenverlust deuten meist auf defekte CDI-Einheiten, beschädigte Pick-ups oder Massefehler an der Grundplatte hin.